Das Rote Kreuz und die Gesellschaft brauchen die Zivildiener!

Fast 1.000 Wehrersatzdiener sind beim Roten Kreuz in Niederösterreich als Helfer im Einsatz. 3 von 4 bleiben auch nach den neun Monaten „Zivildienst“ als Freiwillige beim Roten Kreuz in Niederösterreich. Jeder dritte Zivildiener gewinnt aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis weitere Helfer, die sich freiwillig engagieren.

Das Rote Kreuz Niederösterreich setzt sich für Menschen, die Hilfe brauchen, ein - 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahre. Möglich ist diese Leistung nur auf Grund der zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - Hauptberufliche, Freiwillige und Zivildienstleistende. 

Wir sind besorgt, dass durch eine schnell getroffene Entscheidung ein erprobtes und gut funktionierendes System ins Wanken gebracht wird. Wir machen uns daher große Sorgen über einen möglichen Kahlschlag des Sozial- und Gesundheitssystems.
Beim Roten Kreuz Niederösterreich leisten fast 1.000 junge Männer jährlich ihren Zivildienst. Die meisten von ihnen sind im Rettungsdienst engagiert. Da geht es darum, Leben zu retten. 

Und das ist Teamarbeit unter Beteiligung von Hauptberuflichen, Freiwilligen und Zivildienern. Das gemeinsame zivilgesellschaftliche Engagement ist die Basis für die Zukunft. 

Das Rote Kreuz Niederösterreich setzt sich mit Nachdruck für den Zivildienst ein. Für uns ist es wichtig, ein erprobtes System nicht einfach zu zerstören. Denn bei der Frage, ob der Zivildienst abgeschafft wird oder nicht, geht es nicht um das Rote Kreuz. Es geht um die Menschen in unserem Land. Es geht um jene, die auf Hilfe angewiesen sind: Kranke, Verletzte, Pflegebedürftige oder Menschen mit Behinderung. 
Unser Gesundheits- und Sozialsystem funktioniert derzeit mit Hilfe von Zivildienern. Sie leisten sehr wertvolle Dienste - auch beim Roten Kreuz. Dieses System ist erprobt und lässt sich nicht von heute auf morgen ersetzen.

Als humanitäre Organisation ist es uns wichtig, dass all jene Leistungen, die Zivildiener heute für unsere Gesellschaft erbringen, auch in Zukunft gewährleistet sind. Die jungen Männer werden bestens ausgebildet und leisten wertvolle Hilfe in Notfällen, nicht nur als verbleibende freiwillige Helfer beim Roten Kreuz, sondern mit ihrem erlernten Wissen auch bei Unfällen, ihren zivilen Berufen, im Vereins- oder im Privatleben.

Zahlen & Fakten

- 745.000 Stunden pro Jahr leisten alleine Zivildiener für das Rote Kreuz in NÖ. Eine gewaltige Leistung, auf die die Gesellschaft unmöglich verzichten kann.
- 140 Millionen Euro mehr würde die Abschaffung des Zivildienstes kosten - allein beim Roten Kreuz in Österreich.
- Wertvolle Helfer bleiben auch die Zivildiener, die nicht auf Dauer beim Roten Kreuz bleiben. Sie sind perfekt ausgebildete Ersthelfer und trauen sich auch, im Alltag Erste Hilfe zu leisten.