LH Mikl-Leitner: „2020 hat uns mehr geprüft, als jedes Jahr davor. Aber wir werden diese Prüfung 2021 bestehen.“

Liebe Landeshauptfrau, das Jahr 2020 wird uns als Krisenjahr in Erinnerung bleiben, wie lautet deine Prognose für 2021?  

Wir alle müssen mit Herausforderungen umgehen, die unsere Generation noch nicht erlebt hat. Denn 2020 hat uns mehr geprüft, als jedes Jahr davor. Ob wir die Corona-Pandemie in wenigen oder einigen Monaten überwinden ist ungewiss, aber dass wir sie überwinden werden, davon bin ich überzeugt. Und bis es soweit ist, ist von uns allen Vorsicht geboten – Abstand halten, Maske tragen, Vorgaben einhalten. Vorsicht ist das Gebot der Stunde, aber wir dürfen gleichzeitig nicht unsere Zuversicht verlieren. Denn auch Zuversicht brauchen wir auf dem Weg in die Zukunft. 

Vielen macht die Wirtschaftskrise mehr Sorgen als die Gesundheitskrise, wie siehst du das?  

Mir ist wichtig, beides im Blick zu haben – die Gesundheitskrise heute, genauso wie die Folgen für die Wirtschaft morgen. Auch wenn wir Corona überwunden haben, werden wirtschaftliche Auswirkungen bleiben. Arbeit war schon immer unser Thema Nummer 1 und ist es durch die Pandemie erst recht. Wir waren das erste Bundesland, das Konjunkturmaßnahmen gesetzt und 2020 Unterstützungs-Pakete mit einem Volumen von über 2 Mrd. Euro ergänzend zu den Bundesmaßnahmen auf den Weg gebracht hat. 

Gibt es rückblickend auch etwas Positives, auf das du 2020 zurückblickst? 

Krise ist die Zeit, die den Charakter zeigt. Wir haben in dieser Pandemie großartigen Zusammenhalt erlebt – in der unmittelbaren Nachbarschaft und im ganzen Land. Hilfs- und Bringdienste, Konzerte für Pflegeheimbewohner oder auch, dass wir mehr denn je auf heimische Produkte setzen und unsere Wirte unterstützen. Darauf bin ich unglaublich stolz – ja, wir müssen Abstand halten, aber wir sind als Land zusammengewachsen. Und natürlich hatten wir zu Beginn des Jahres für uns wichtige Wahlen, nämlich die Gemeindewahlen – die wir als Volkspartei erfolgreich bewältigt haben. Wir zählen heute 449 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, so viele wie noch nie. 

Wie sieht es mit den Kosten und Folgekosten der Pandemie für die Öffentlichen Haushalte aus? 

Wir dürfen uns nichts vormachen, wir in Niederösterreich waren zu Beginn des Jahres am besten Weg zum Nulldefizit und sind heute weiter denn je davon entfernt. Wir haben in einem Jahr so viele Schulden gemacht, wie in den letzten zehn Jahren davor. Mit den Kosten und Konsequenzen der Krise haben aber alle Länder der Welt zu kämpfen. Für mich ist entscheidend, dass wir, sobald es die Situation zulässt, wieder zurück zum Weg des Nulldefizits kommen. 

Bleibt eigentlich noch Spielraum für andere Projekte? 

Wir hatten 2020 Halbzeit in dieser Legislaturperiode. Abseits von Corona haben wir in unseren Schwerpunktbereichen viel weitergebracht. Ein umfangreiches Lehrlingspaket, das größte Mobilitätspaket, den Ausbau der Kleinstkinderbetreuung und die neue Landesgesundheitsagentur. Oder im Bereich Klimaschutz, wo wir ein klares Programm für die Zukunft vorgelegt haben und auch die europaweit größte Photovoltaik-Initiative gestartet haben. Was mich besonders freut, all das haben wir im Miteinander erreicht: 99 % aller Regierungsbeschlüsse waren einstimmig. 

Also bist du optimistisch, was die zukünftige Arbeit und Zusammenarbeit in NÖ betrifft? 

Wir sind vielleicht dazu gezwungen, vieles anders zu tun, aber Corona kann uns nicht davon abhalten, alles für unser Land zu geben. Niederösterreich ist ein Land, das die Sorgen der Menschen versteht. Niederösterreich ist ein Land, das hilft und ein Land, das handelt. All das soll auch so bleiben, daran darf keine Krise etwas ändern. Mein Appell lautet: Gemeinsam aus der Krise, MITEINANDER.