Auf Entlastungspaket muss Pensionsanpassung folgen

Vergangenen Donnerstag wurde im Nationalrat mit dem dritten Entlastungspaket fixiert, dass alle Seniorinnen und Senioren noch im Sommer zwischen 500 und 1000 Euro zusätzlich aufs Konto bekommen. Konkret heißt das: Überweisung mit der Augustpension! Das war mir wichtig. Dafür habe ich mich in meiner Funktion als Präsidentin des Seniorenrats eingesetzt.

Die bisher geschnürten drei Entlastungspakete haben somit Bezieherinnen und Bezieher einer Ausgleichszulage, also Mindestpensionsbezieher, bisher deutlich über die vom Wifo prognostizierte Jahresinflation von 7,8 Prozent entlastet.
Eine Pension von 1300 Euro Brutto (das entspricht einer österreichischen Durchschnittspension), wird in 2022 etwa um die prognostizierte Jahresinflation entlastet. Für das laufende Jahr sind das wichtige Maßnahmen, um die Auswirkungen der steigenden Preise für die ältere Generation aktuell zu dämpfen.
Es muss uns aber bewusst sein, dass die stetig steigende Inflation, die von Pandemie und dem Ukraine-Krieg diktiert wird, die Menschen und die Politik auch weiterhin vor große Herausforderungen stellt und stellen wird. Daher ist für mich klar, dass die Politik auch in den nächsten Monaten die Entwicklungen beobachten und angepasst reagieren muss.
Neben den „Akutentlastungen“ braucht es aber auch langfristige Entlastungen für die Seniorinnen und Senioren. Die starke Teuerung wird uns auch 2023 noch begleiten.Langfristige Weichenstellungen wie die Abschaffung der Kalten Progression sind wichtig und helfen auch Pensionsbezieherinnen und -beziehern. Ein Beispiel: Bei einer Bruttopension von 1300 Euro beträgt die Entlastung etwa 300 Euro jährlich.
Bei Verhandlungen für Pensionsanpassung 2023 keine Zeit verlieren!
Das zentrale Instrument für langfristige Unterstützung ist für mich jedenfalls die Pensionsanpassung 2023. Die gesetzliche Grundlage dafür, nämlich die von der Statistik Austria errechnete Jahresinflation, wird Mitte August feststehen.
Deshalb rufe ich als vorsitzende Präsidentin es Österreichischen Seniorenrats – der sozialpartnerschaftlichen Interessensvertretung von 2,4 Millionen Seniorinnen und Senioren – bereits jetzt zu raschen Verhandlungen auf, sobald die Jahresinflation feststeht!
Es ist wichtig, zeitnah zu verhandeln und Fakten für die ältere Generation zu schaffen!
2022 ist besonders für die Seniorinnen und Senioren ein finanziell entbehrungsreiches Jahr. Daher fordere ich für 2023 eine entsprechend hohe Pensionsanpassung, um die Folgen der rasanten Teuerung für die Seniorinnen und Senioren auch weiterhin abzufedern.
Die Kaufkraft der Seniorinnen und Senioren ist für Österreich entscheidend. 25% des privaten Konsums liegen in den Händen der Generation 60+. Sie leidet 2022 und muss dementsprechend rasch gestärkt werden! Jede Pensionserhöhung fließt vor allem im unteren Bereich fast vollends in Konsum. Das macht die Pensionsanpassung damit auch zu einem Konjunkturpaket!